Das Jahr 2006 markierte eine Zäsur in der Geschichte der Plattlinger Nibelungenspiele. Während die Tradition des spektakulären Historienspiels gefestigt war, standen diese Festspiele zugleich im Zeichen des Abschieds: Es war das letzte Mal, dass die Aufführung auf der vertrauten Urbühne in Innenhof des Aldersbacher Hofes stattfand – dem Ort, an dem die Festspieltradition einst begann; es war das letzte Mal, dass der Urtext von Josef Widl zur Aufführung gebracht wurde.

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Neue Regie und prominente Gastrolle
Obwohl der Originaltext der Aufführung beibehalten wurde, wehte ein frischer Wind durch die künstlerische Leitung. Erstmals wurde die Inszenierung von einem externen Profi verantwortet: Sepp Meißner, ein bekannter Regisseur der niederbayerischen Kulturszene und anerkannt für seine erfolgreichen Arbeiten bei den Bayerischen Schultheatertagen. Er brachte einen neuen Blickwinkel und eine dynamische Handschrift in das Ensemble ein.
In der Hauptrolle der rachsüchtigen Königin Kriemhilde glänzte erneut Tina Pfeffer, die ihre Interpretation der Rolle weiter vertiefte. Für einen besonderen Werbecoup sorgte die Verpflichtung eines Medienlieblings: Christian Jungwirth, damals einem breiten Publikum als „Wetterfrosch“ und Moderator von Bayern 1 bekannt, übernahm eine humorvolle Gastrolle als Bürgermeister von Pledelingen. Dieser Auftritt verschaffte dem Stück zusätzliche Aufmerksamkeit in der regionalen wie überregionalen Presse.
Musikalische Verstärkung und bayernweite Präsenz
Das Ensemble wurde 2006 gezielt erweitert und professionalisiert: Die neu gegründete Camerata Pledelinga unter der Leitung von Martin Schönberger bescherte auf der Hauptbühne und auf Nibelungenmarkt mit ihren Auftritten neue Highlights im Programm.
Das Jahr 2006 war auch ein Durchbruch in Sachen überregionale Bekanntheit. Die Plattlinger Gruppe wurde zu zwei bedeutenden Festumzügen außerhalb des Landkreises eingeladen: Sie präsentierte sich sowohl beim Auszug des Gäubodenvolksfests in Straubing als auch beim prestigeträchtigen Trachten- und Schützenumzug anlässlich des Oktoberfests in München. Diese Auftritte trugen maßgeblich dazu bei, die Marke "Plattlinger Nibelungen" zu etablieren.

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Das Spektakel in der Stadt
Das Schauspiel folgte der etablierten Handlung: Kriemhildes Empfang durch Bischof Pilgrim, die Werbung der Hunnen und die dramatische Konfrontation um Liebe, Verrat und Rache. Das große Bühnenbild und die beeindruckenden Massenszenen blieben die zentralen Höhepunkte.
Der Nibelungenmarkt umrahmte das Geschehen mit seinem pulsierenden mittelalterlichen Leben. Nach der erfolgreichen Erweiterung 2002 erstreckte sich das Marktgeschehen erneut bis zur Kirche St. Magdalena und bot Händlern, Handwerkern, Gauklern und den thematischen Lagern der Nibelungen und Hunnen eine breite Plattform. Der Festzug am Sonntag besiegelte traditionell den Abschluss der Festtage.